Vor allem junge Familien, die keine Rücklagen gebildet haben, aber gut verdienen, möchten sich zu Zeiten der niedrigen Immobilienpreise ein Eigenheim gönnen. Wer kein Eigenkapital aufweist, dafür aber einen hohen monatlichen Verdienst, sollte über eine Vollfinanzierung nachdenken.
Unter Vollfinanzierung versteht man, dass sämtliche zuwendungsfähigen Ausgaben über einen Kredit abgedeckt werden. Allerdings muss auch hier – wie bei der Festbetragsfinanzierung – der Empfänger des Kredites mit einem Höchstbetrag auskommen.
Da der Kauf und die Finanzierung einer Immobilie zu den wichtigsten Entscheidungen eines Menschen in dessen Leben gehören, ist es gut, sich umfassend beraten zu lassen. Waren es früher nur ausländische Banken, die Bauwilligen ohne Eigenkapital den Traum von Wohnung und Haus erfüllen wollten, folgen jetzt immer mehr deutsche Banken dem Trend, Häuser komplett auf Kredit zu finanzieren. Früher konnte ein Kreditsuchender bei seiner Hausbank nie mehr als 80 Prozent der Baukosten oder des Kaufpreises finanziert erhalten. Ohne 20 Prozent Eigenkapital war hier oft Schluss. Doch die ausländischen Banken wie GMAC-RFC oder NIBC Bank N.V. offerierten für Neubauten eine Vollfinanzierung bis zu 105 Prozent des angemessenen Kaufpreises. Da waren dann auch schon Mittel für eine Einbauküche etc. gleich mit eingeplant.
Wer noch keine Reserve gebildet hat kann mittels Vollfinanzierung sich schneller zum Bau oder Kauf entschließen. Allerdings hat das ganze auch einen Nachteil: Höhere Zinsen! Ein Eigenheim ohne Eigenkapital bedeutet eine viel höhere Belastung in der Abzahlungsphase.
Auch wenn heute die regionalen Banken auf diesen Zug ebenfalls aufgesprungen sind, wird es ohne sicheres adäquates Einkommen auch hier keinen großzügigen Geldgeber geben. Im einzelnen muss sich jeder beraten lassen, was für ihn am günstigsten ist.


