Folgendes Beispiel könnte die Grundidee von Bausparen sein: Zehn Bauwillige, die kein Eigenkapital besitzen, sparen, denn sie möchten sich Wohnungseigentum erwerben. Kann jeder ein Zehntel der Erwerbskosten pro Jahr sparen, so hätte jeder erst in zehn Jahren das nötige Kapital angespart. Bringen die zehn Bauwilligen ihr
Erspartes aber in einen gemeinsamen „Spartopf“ ein, so kann die benötigte Summe dem ersten bereits nach einem Jahr ausgezahlt werden. Dies nennt man beim Bausparen die Zuteilung. Wenn jetzt der zugeteilte Bausparer jedes Jahr ein Zehntel der erhaltenen Bausparsumme als Tilgung des Bauspardarlehens in den Zuteilungstopf zurückzahlt, kann der zweite Bausparer seine Baumaßnahme bereits im zweiten Jahr verwirklichen. So sind dann im dritten Jahr acht Spar- und zwei Tilgungsleistungen im Zuteilungstopf, so dass auch der dritte Bausparvertrag zugeteilt werden kann.
Dies ist eine einfache Darstellung, die Wirklichkeit beim Bausparen ist schon komplizierter. Aber auf dieser Grundidee basiert das heutige Bausparsystem. In Deutschland gibt es die erste Bausparkasse seit 1885, gegründet von Pastor von Bodelschwingh. Enormer Bedarf am Bausparen entwickelte sich in den Jahren 1924 bis 1929, als es hohen Finanzmittelbedarf für den Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg gab.
Zur Zeit gibt es in Deutschland 15 private Bausparkassen, sie befinden sich überwiegend im Eigentum von Versicherungen oder Banken. Außerdem gibt es 11 Landesbausparkassen, die in der Trägerschaft eines oder mehrerer Bundesländern und/oder der jeweiligen Sparkassenorganisation stehen. Sie werden von der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen betreut.
Erwähnenswert sei, dass an zwei Dritteln aller Wohnungsbaufinanzierungen eine Bausparkasse beteiligt ist. Das Bausparen lohnt wieder, auch durch die Gewährung von Wohnungsbauprämien oder die Arbeitnehmersparzulage für die vermögenswirksamen Leistungen.


